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Unterwegs am Bosporus Geschichten aus Istanbul

Paul

Jeder Erasmusstudent muss einen Termin beim Polizeipräsidium machen, um die Aufenthaltsgenehmigung, Residence Permit, zu bekommen. Man braucht viele verschiedene Dokumente, die zum Beispiel belegen, dass man in der Türkei versichert ist. Morgens um 10 Uhr sitze ich also gegenüber von einem etwa dreißigjährigen Polizisten. Ein wenig angespannt, da es nun in seiner Hand liegt, ob ich die Bürokratie endlich hinter mir lassen kann oder wie einige andere noch einmal herkommen muss. Er blättert mit grimmigen Blick durch meine Papiere. Und zeigt auf meinen Namen: „Laurenz Paul Martin. Long name. Very long.“ – „Yes, but my friends just call me Laurenz.“ Er versteht kein Englisch, also misslingt die Konversation. Ihm gefällt allerdings der Name „Paul“ besser als Laurenz. So ruft er zwei Mal laut „Paul“ durch den Raum und guckt mich dann ernst an. „Your documents, Paul…“ – „Yes?“ – „Paul… very good. Number one“, sagt er und zeigt mit dem Daumen nach oben. Er stempelt die Papiere und ich habe meine Residence Preit.